Poker

SPIELSTILE

Grundsätzlich spricht man im Poker von konservativen (tight) oder lockeren (loose) und aggressiven oder passiven Spielern.

  • Konservatives Spiel heißt, dass man nur sehr gute Starthände spielt. Bei einem zehn Spieler Tisch sieht ein konservativer Spieler im Schnitt weniger als 25% der Flops.
  • Lockeres Spiel heißt, dass man sehr viele Starthände spielt und hofft, dass man mit dem Flop seine Hand verbessert. Bei lockerem Spiel sieht man 30% oder mehr der Flops.
  • Aggressives Spiel bedeutet, dass man die Kontrolle am Tisch übernimmt, indem man viel setzt und erhöht. Man gewinnt dadurch auch Pots ohne Showdown, riskiert aber auch höhere Verluste.
  • Passives Spiel bedeutet, dass man anderen Spielern die Kontrolle am Tisch überlässt und nur die Erhöhungen der anderen bezahlt. Man gewinnt dadurch nur, wenn man die beste Hand hat.


Welchen Spielstil man wählt, hängt von der Anzahl der Spieler an einem Tisch ab.
Je mehr Spieler an einem Tisch sitzen, desto weniger Starthände sollte man spielen. Je weniger Spieler an einem Tisch sitzen, desto mehr Starthände sollte man spielen.

In der Fachliteratur wird der konservative, aggressive Spielstil oft als der beste bezeichnet. Das heißt man spielt nur gute Hände, aber
diese Hände spielt man dann sehr aggressiv.

Mehr Informationen findest Du in unserem Pokertutorial!




POSITION AM TISCH


Mit der Position am Tisch wird grundsätzlich nicht die absolute Position, sondern die Sitzposition im Vergleich zu der
Position des Dealerbuttons, bezeichnet.
Man unterscheidet zwischen frühen, mittleren und späten Positionen.
Grundsätzlich gilt: Je weiter entfernt vom Dealerbutton man sitzt, also eine späte Position einnimmt, desto besser.
In einer späten Position hat man einen klaren Informationsvorteil. Man kann anhand der gesetzten Summe oder Erhöhung der Gegner abschätzen, ob sie ein vermeintlich gutes Blatt auf der Hand halten.
In später Position kann man dadurch auch schlechtere Karten als in früher Position spielen. Dafür muss man nur gegebene Information richtig interpretieren und sinnvoll nutzen. Poker ist ein Spiel, bei dem sich ein Informationsvorsprung meist direkt in Geld ummünzt.


BANKROLL MANAGEMENT


Die Bankroll ist der Geldbetrag, den ein Pokerspieler zum Spielen zur Verfügung hat.
Um beim Poker erfolgreich zu spielen ist ein gutes Bankrollmanagement essentiell. Als Spieler muss man sich auch gegen eine länger
anhaltende Pechsträhne wappnen. Dies tut man durch ein geschicktes Bankroll-Management, welches ein zentraler Bestandteil der Pokerfähigkeiten ist.

Ein guter Spieler setzt nie seine gesamte Bankroll an einem Tisch, sondern nimmt maximal 5-10% der Bankroll mit. Diese Regel gilt vor allem für "Sit and Go"-Turniere und Cashgamespiele.
An größere Multi-Table Turniere sollte man sogar nur 2% der Bankroll mitnehmen. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl von 500 bis 2000 Spielern ist es selbst für sehr gute Pokerspieler schwierig Geldränge zu erreichen.


BETTING

Ein klassischer Fehler von Anfängern ist, dass sie die falsche Erhöhung zum falschen Zeitpunkt machen. Es gibt viele Gründe warum man bieten bzw. erhöhen sollte. Im Folgenden werden wir hier die drei häufigsten Gründe erklären.


Value Bet
Als Value Bet wird eine Erhöhung bezeichnet mit der man den Pot erhöhen will, weil man davon ausgeht, dass man die beste Hand hält. Man versucht den maximalen Betrag einzuschätzen, den die Gegner bereit sind zu bezahlen, um den maximalen Gewinn mit seiner guten Hand zu erzielen. Hierbei versucht man zu vermeiden, dass die Gegner die Karten passen.

Man sollte seine Gegner gut einschätzen können und bei einem sehr konservativen Spieler nur kleine Value Bets machen, da die Gefahr besteht das dieser passen wird. Gegen sehr lockere Spieler kann man deutlich höhere Value Bets setzen. Auch hier wird wieder deutlich, wie wichtig es ist Informationen über seine Gegner zu sammeln und eine gute Einschätzung ihrer Spielstile zu haben.


Semi Bluff
Als einen Semi Bluff bezeichnet man eine Erhöhung, die man ohne eine gute Hand zu halten tätigt. Hierbei sollte man beachten, dass man vielen Möglichkeiten hat, mit der nächsten (Turn) oder übernächsten (River) Karte eine gute Hand zu bekommen. Das Ziel ist, dabei zum einen eine starke Hand vorzutäuschen und den Gegner zum Folden zu bringen oder mit den nächsten Karten im Board die beste Hand zu erhalten. Durch diese kombinierten Chancen auf den Gewinn ist der Semi Bluff ein gutes Instrument.

Allerdings muss man dafür auch genügend Chancen auf eine gute Karte haben. Als typische Beispiele lassen sich hier das Flush Draw und das Open Ended Straight Draw nennen.

Beispiel: Du hast Ah 4h und der Flop kommt mit 2s 3h Jh. Du bist an erster Position und hast bis jetzt nichts. Aber jede Herz (noch 9 Karten) und jede 5 (4 Karten, wobei eine davon Herz ist) gibt Dir ein Flush oder eine Strasse und damit eine sehr gute Hand. Also solltest Du setzen. Falls Dein Gegner nichts hat wird er passen und falls er bezahlt gibt es immer noch 12 Karten, die Dir zu der
wahrscheinlich besten Hand verhelfen.

Du solltest den Semi Bluff nicht zu oft verwenden, da Deine Gegner dies sonst bald merken und Dich leicht ausspielen können.


Information Bet
Manchmal ist es gut in erster Position zu bieten um mehr Informationen über die Hand Deines Gegners zu bekommen.

Zum Beispiel: Du hast KJ in mittlerer Position und bezahlst den Blind. Alle Spieler nach Dir folden, nur der Small Blind macht ein
Raise. Du entscheidest Dich zu bezahlen und der Flop kommt K25 verschiedenfarbig. Du hast also Top Pair getroffen und eine gute Hand, aber es könnte auch sein, dass Dein Gegner AK, KQ oder KK, aber auch TT, JJ oder QQ hat. Um herauszufinden, wie stark Deine Hand wirklich ist, solltest Du ein kleines Bet machen. Falls Dein Gegner wieder erhöht kannst Du davon ausgehen, dass DEine Hand geschlagen ist und musst diese passen. Wenn nicht, hast Du eine gute Chance diese Hand zu gewinnen.

Auch beim Information Bet ist es wichtig, dass Du relativ genau weißt, welcher Spielertyp Dein Gegner ist. Ein sehr aggressiver Spieler wird Dein kleines Bet als Schwäche deuten und eventuell sogar mit einer schwächeren Hand ein Reraise machen. Dann steckst Du in der Zwickmühle, weil Du nicht weißt, ob Du nun bezahlen oder passen solltest.

Gegen einen aggressiven Spieler kann man ein Check Raise machen. Das bedeutet man checkt obwohl man eine gute Hand hat und hofft darauf, dass der aggressive Spieler ein Bet macht. Wenn man dann wieder an der Reihe ist, raist man den Gegner. Falls dieser keine gute Hand hat, ist er fast gezwungen seine Karten wegzuschmeißen. Falls er aber reraisen sollte ist es Zeit, dass Du Dich von Deinen eigenen Karten trennst.

Bad Beat
Ein Spieler verliert einen Pot, obwohl er zu dem Zeitpunkt, an dem er den Großteil der Chips gesetzt hat, die klar bessere Hand hielt als sein Gegner. Man wird von einem Gegenspieler geschlagen, der die schlechtere Hand und das falsche Verhältnis hatte. Mit Bad Beats muss jeder Pokerspieler leben. Man kann bei Poker nicht immer gewinnen. Die Profispieler probieren Ihre Gewinne langfristig zu maximieren. Man darf wegen Bad Beats nicht die Nerven verlieren, sondern man muss sie als Teil des Spiels akzeptieren. Das Ziel ist, dass man die eigenen Fehler minimiert und aus den Fehlern der Gegner Profit schlägt.